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Studieren im Osten – Universitäten werben um Studienabgänger

Zum Wintersemester 2013 zieht es einen weiteren Abiturdoppeljahrgang an die deutschen Universitäten. Die Probleme, die dabei auftreten, sind unübersehbar. Davon könnten ostdeutsche Universitäten profitieren, die auch schon kräftig die Werbetrommel rühren.

Wohnraum wird knapp

Schätzungen zufolge fehlen über 70.000 Wohnplätze für Studenten. Da können auch keine kurzfristigen Notfallmaßnahmen wie umgebaute Polizeiwachen in Köln oder Matratzennotlager in Sportstätten helfen. Doppelte Jahrgänge gibt es 2013 zwar nur in Hessen und NRW, das Wohnungsproblem kann aber auf keine Region beschränkt werden. Beliebte Studienstädte wie Berlin, München, Freiburg oder Aachen platzen aus allen Nähten. Die offiziellen Zahlen des Deutschen Studentenwerkes zeigen die bittere Wahrheit: Die Studentenzahlen sind in den letzten Jahren von 1,7 Millionen auf 2,5 Millionen angewachsen, die Quote an öffentlich geförderten studentischen Wohnraum in Form von Studentenheimen blieb bei 230.000 relativ stabil. Den Studienanfängern bleibt damit nur die Suche nach einem Zimmer oder einer Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt. Und dort werden aufgrund der gestiegenen Nachfrage für kleinste Kellerzimmer die abenteuerlichsten Preise aufgerufen. Ein weiteres finanzielles Problem ist die Vermittlung der Zimmer/Wohnungen. Denn immer mehr Vermieter setzen dabei auf die Hilfe von Maklern, die dann auch noch von den Neumietern bezahlt werden müssen. So kommen schnell mal über tausend Euro für Kaution und Maklergebühren zusammen.

Alternativen und Nischen suchen

Na klar, jeder will in der Nähe der Uni oder im angesagten Kneipenviertel wohnen. Aber dann muss sich auch niemand beschweren, dass der Wohnraum teuer ist. Wer sparen will, findet auch in den angesagten Unistädten bezahlbaren Wohnraum. Gleichwohl muss man dann einen weiteren Weg zur Uni oder zum Studentenclub in Kauf nehmen. Gut beraten ist man als Studienanfänger natürlich auch, wenn man sich in Hochschulstädten bewirbt, die eben nicht so stark nachgefragt werden. Vor allem im Osten Deutschlands gibt es da einige Möglichkeiten. Auch die Frage nach bezahlbaren Wohnraum stellt sich in Mittweida, Cottbus oder Greifswald nicht.

Überfüllte Hörsäle, lange Warteschlangen bei Sprechstunden

Studieren im OstenWas an vielen Universitäten zum Alltag gehört, kennt man an Fachhochschulen und Nischen-Unis weniger. Das CHE (Centrum für Hochschulentwicklung) bestätigt in seinen Untersuchungen, dass Ausstattung, Forschung und Qualität der Lehre an ostdeutschen Hochschulen als besonders gut eingeschätzt werden. Doch bislang hat sich das bei den zukünftigen Studenten (vor allem jene aus Westdeutschland) nicht rumgesprochen. Die meisten wollen in ihrer Heimatregion bleiben odern haben die Möglichkeit eines Studiums im Osten des Landes einfach nicht auf dem Schirm. Seit 2008 wirbt eine länderübergreifende Hochschulkampagne für ein „Studium in Fernost“. Die Kampagne geht nun in die dritte Runde und diesmal werden die Professoren eingebunden. In einer „Wohnzimmervorlesung“ werben sie um zukünftige Studierende.

Wohnzimmervorlesung mit Prof. Pawlowsky, TU Chemnitz