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Studieren ohne Abi – geht das?!

Für ein ordentliches Studium an einer anerkannten Hochschule braucht man für gewöhnlich eine allgemeine Hochschulzulassung. Diese erwirbt man am Ende der Schullaufbahn mit dem Abitur. Doch es gibt auch andere Wege, um sich nachträglich für ein Studium an einer ordentlichen Universität zu qualifizieren. Das Scheitern der gymnasialen Schullaufbahn in erster Instanz ist kein unwiderruflicher status quo.

Der erste Bildungsweg

Abi nachholenUnter dem ersten Bildungsweg versteht man den Erwerb einer Hochschulzugangsberechtigung im Rahmen des Schulbesuchs. Diese Hochschulzugangsberechtigung kann entweder durch das Abitur oder das sogenannte Fachabitur erlangt werden. Das Abitur qualifiziert den Absolventen für ein Studium an allen universitären Einrichtungen, Absolventen mit Fachabitur können nur an Fachhochschulen studieren. Des Weiteren gibt es mit der Fachbezogenen Hochschulreife die Möglichkeit, über den zweijährigen Besuch einer Berufsschule eine Zugangsberechtigung für eine Hochschule zu erreichen. Diese gilt jedoch nur für die spezifische Fachrichtung, in der die Abschlussprüfung absolviert wurde.

Der zweite Bildungsweg

Zusätzlich zu diesen mehr oder weniger lückenlosen Lebensläufen existieren für Studieninteressierte in Deutschland mannigfaltige andere Optionen, um sich eine Hochschulzugangsberechtigung zu sichern. Eine beliebte Alternative zum Schulbesuch in erster Instanz ist der sogenannte zweite Bildungsweg. In Deutschland gibt es ein flächendeckendes Angebot an Kollegien, Volkshochschulen oder Abendschulen.

Dank dieser Institutionen können Menschen ohne Abitur ihren Schulabschluss nachholen, um sich an einer Hochschule einschreiben zu können. Vergleichbar mit der normalen Schule kann man auch die genannten Bildungseinrichtungen in Vollzeit besuchen. Menschen, die schon auf einen eigenen Lebensunterhalt angewiesen sind und daher bereits im Arbeitsleben beansprucht werden, können sich aber auch für einen Besuch in Teilzeit entscheiden.

Der dritte Bildungsweg

Doch nicht nur über den Erwerb einer Hochschulzugangsberechtigung an einer weiterführenden Schule können die Weichen für eine Universitätslaufbahn gestellt werden. Heutzutage ist auch ein Studium ohne Abitur möglich. Hierbei werden jedoch berufsbezogene Vorqualifikationen vorausgesetzt, die man bei der Bewerbung an einer Hochschule zertifiziert vorweisen muss.

Eine berufliche Vorqualifikation besteht im Abschluss einer mindestens dreijährigen Ausbildung. Zudem wird auch praktische Berufserfahrung benötigt. Deutschlandweit gelten diese Inhaltspunkte als minimale Voraussetzung für den Besuch einer Hochschule. Studieninteressierte können mit ihren beruflichen Fachkenntnissen nur diejenigen Studiengänge studieren, die ihrem Berufsfeld zu einem gewissen Prozentsatz entsprechen. Über die Kompatibilität des potenziellen Studienfachs mit der beruflichen Ausbildung entscheidet in der Regel das Prüfungsamt der jeweiligen Fakultät.

Die Zulassungsverfahren können von Bundesland zu Bundesland und von Hochschule zu Hochschule variieren. Beispielsweise gestatten manche Universitäten Bewerbern ohne Abitur Einstufungstests, Eignungsprüfungen oder Probestudien, um die Fähigkeiten des Anwärters zu überprüfen.

Studium ohne Abitur – kein Problem

Es gibt also Alternativen zur regulären Schullaufbahn. Das Abitur als allgemeine Hochschulreife kann sowohl an Abendschulen und ähnlichen Bildungseinrichtungen nachgeholt als auch durch den Abschluss einer fachspezifischen Ausbildung mit Berufserfahrung umgangen werden.