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Erststudium steuerlich als Werbungskosten absetzen

Das Finanzgericht Münster veröffentlichte kürzlich ein Urteil (Urt. v. 20.12.2011, Az. 5 K 3975/09), aus dem hervor geht, dass Studenten und Auszubildende die Kosten für ihr nach dem Abitur begonnenes , d.h. ihres Erststudiums nicht als Werbekosten absetzten dürfen. Die Kosten dürfen nur als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Findet das Studium oder auch eine Berufsausbildung im Rahmen eines Dienstverhältnisses, d.h. als Duales Studium oder ähnlichem, ist das als Werbe kosten geltend machen jedoch durchaus legitim.

Mit dieser Regelung ist der Abzug von Studentenkosten im Jahr auf 4000 Euro beschränkt. Auch später wenn der entsprechende Student höherere Einkünfte hat, können in ihrer Ausbildung wenig verdienende Studenten die Kosten nicht mehr steuerlich geltend machen.

Im Mai 2007 hatte ein Student geklagt, der in einem Auslandsstudium anfallende Kosten in Höhe von 18.600 Euro vorweggenommen als Werbekosten beim Finanzamt berücksichtigt haben wollte. Dabei hatte er 1600 Euro aus nicht selbstständiger Arbeit verbucht. Jedoch berücksichtigte das Finanzamt nach § 10 Abs. 1 Nr. 7 Einkommensteuergesetz (EStG) nur 4000 Euro als Sonderausgaben. Da der Student im Jahr darauf ein höheres Einkommen erzielte, hoffte er auf einen Verlustvortrag. Diesen lehnte das Finanzamt ab.

Die Richter gaben dem Amt Recht. Ausnahmsweise hielten die Richter eine Rückwirkung des am 7. Dezember 2011 in Kraft getretenen geänderten Gesetztes der Steuerlichen Vorschriften für zulässig. Die begründeten sie damit, dass erst kurz vor der Klage des Studenten ein Urteil des Bundesfinanzhofs mit der allgemeinen Praxis die Studienkosten nicht als Werbekosten abzusetzten brach. Somit konnte der Kläger bei beginn seines Studiums nicht damit rechnen dass die Kosten steuerlich geltend gemacht werden könnten.

Bild: Thorben Wengert / pixelio.de