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Psychische Störungen und Erkrankungen im betrieblichen Alltag

In den letzten Jahren haben die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von psychischen Erkrankungen und Störungen dramatisch zugenommen. Damit Sie als Vertrauensperson in Ihrem Unternehmen dieser Tendenz entgegen wirken können, wird Ihnen in einem SBV Seminar im Poko Institut das erforderliche Wissen praxisnah vermittelt. Denn der Gesetzgeber fordert laut Paragraph 2 im Betriebsverfassungsgesetz, dass die Betriebsräte und Arbeitgeber zum Wohle der Angestellten und des Unternehmens vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt und der Umgang mit ihnen
Die am häufigsten auftretenden psychischen Störungen im Arbeitsalltag sind Angst, Depressionen, Zwangsvorstellungen, Psychose oder Persönlichkeitsstörungen wie zum Beispiel Borderline. Die Ursachen für diese Erkrankungen können vielfältig sein. Häufige Gründe warum Menschen psychisch erkranken sind erbliche Faktoren, Verletzlichkeit, Suchtmittelmissbrauch, Bewältigungsstrategien, Stoffwechselstörungen im Gehirn oder entwicklungsbedingte Ursachen, zum Beispiel Adoption oder Gewalt in Familie oder Schule. In einer SBV Fortbildung werden Ihnen verschiedene psychische Erkrankungen aufgezeigt und das notwendige Wissen vermittelt, um in Ihrem Unternehmen Betroffenen helfen zu können.

Angstzustände:
Anhaltende und ausgeprägte Angst vor Situationen oder Objekten kann in einer sozialen Phobie enden, ohne dass eine posttraumatische Belastungsstörung vorliegt oder es überhaupt erkennbare Auslöser für die Angstzustände gibt. Die Angstreaktionen können bis zu Erstickungsanfällen oder Panikattacken führen. Zwar erkennt die Person, dass ihre Angst vollkommen unbegründet und übertrieben ist, vermeidet aber dennoch Angstreaktionen. Sie hat praktisch Angst vor Angst. Eine normale Lebensführung ist nicht mehr gewährleistet. Der Arbeitgeber und Sie als zuständige Vertrauensperson sollten hier Unterstützung in angstauslösenden Situationen bieten, den Betroffenen eindeutige Arbeitsaufträge am besten in Teilschritten erteilen und ihm positive Erfahrungen machen lassen. Praxinahes Wissen vermittelt Ihnen hierbei eine SBV Schulung.

Depressionen:
Depressionen beginnen meist mit verminderten Interesse und depressiven Verstimmungen, können aber bis zu Gedanken an den eigenen Tod führen. Begleitet werden Depressionen meist von starker Gewichtszunahme oder Gewichtsverlust, Unruhe, Manie, Energieverlust, Schlaflosigkeit oder das Gegenteil und verminderte Entscheidungs- und Konzentrationsfähigkeit. Das Denken ist während Depressionsattacken sehr eingeschränkt. Treffen mindestens fünf der genannten Merkmale zu, spricht man exakt von einer Depression. Für Arbeitgeber ist es nicht einfach mit Arbeitnehmern umzugehen, die an Depressionen leiden. Bei Suizidgedanken sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Bei leichteren Verläufen können Sie dem Betroffenen Positives erleben lassen, aber seine Leistungsfähigkeit dabei nicht ausbeuten. Denn manisch depressive Menschen können in eine regelrechte Arbeitswut verfallen. Das Fundierte Wissen hierfür wird Ihnen in einer Schwerbehindertenvertretung Fortbildung vermittelt.

Zwänge:
Die Betroffenen haben wiederholte Gedanken oder Ideen, sie als sinnlos oder lästig angesehen werden. Ebenso zeichnen sie sich wiederholte Verhaltensweisen und übertriebene Handlungen aus, die sie versuchen zu unterdrücken. Hier sollten dem Betroffenen Grenzen aufgezeigt und klare Anweisungen gegeben werden. Gegebenenfalls müssen Sie gemeinsam mit Ihrer Unternehmensführung professionelle Hilfe in Erwägung ziehen.

Psychose:
Eine Psychose zeichnet sich durch Halluzinationen und Wahnvorstellungen aus. Der Betroffene ist willensschwach, spricht durcheinander und verhält sich recht merkwürdig mit depressiven und manischen Phasen. Hier sollten Sie rechtzeitig professionelle Hilfe aufsuchen und bei akuter Psychose den Betroffenen nur mit Begleitung heimgehen lassen. Wichtig ist dabei die Entwicklung seines Verhaltens genau zu beobachten und gegebenenfalls zu dokumentieren. Wie Sie sich am besten in solchen Krisensituationen verhalten, erlernen Sie in einer Schwerbehindertenvertretung Weiterbildung.

Persönlichkeitsstörungen:
Treten unangemessene und heftige Wutausbrüche oder paranoide Vorstellungen, gepaart mit chronischer Leere, affektiver Instabilität und instabiler Selbstwahrnehmung häufiger bei Betroffenen auf, so handelt es sich hier in aller Wahrscheinlichkeit um eine Persönlichkeitsstörung. Dem Betroffenen sollten Sie in diesem Fall klare Anweisungen geben, aber Distanz wahren, ihn dementsprechend auch loben oder kritisieren und ihm klare Grenzen setzen. Reflektieren Sie Konflikte, schützen Sie sich dabei selbst und suchen Sie gemeinsam mit Führungspersonen in Ihrem Unternehmen nach professioneller Hilfe.

Ungünstige Faktoren im Arbeitsalltag und Arbeitsumfeld
Psychische und psychomentale Störungen wie zum Beispiel Depressionen und Ängste entstehen meist als Folge von Mobbingprozessen, die schleichend beginnen können. Ungünstige Faktoren für psychische Erkrankungen sind häufig Termindruck ohne ausreichende Pausen, Verantwortung bei geringer Entscheidungskompetenz, häufige Überstunden, Zeitdruck, mangelnde Abwechslung oder Monotonie, Informationsüberflutung oder Ungewissheit über die erwartete Arbeitsleistung. Wie Sie hierbei helfend eingreifen, die Arbeitsbedingungen ändern, aber auch den Arbeitnehmern kognitive und psychische Ressourcen verschaffen können, wird Ihnen ebenso in einem SBV Seminar vermittelt.

Prävention und Handlungsmöglichkeiten
Als SBV können Sie gemeinsam mit Ihrer Unternehmensführung bei der Prävention psychischer Erkrankungen und Störungen eine wichtige Rolle einnehmen. Dabei sollten Sie alle Möglichkeiten im Interesse ihrer Mitarbeiter nutzen. Zur Vorbeugung psychischer Erkrankungen in Ihrem Unternehmen ist es wichtig, dass Sie die Belastungen identifizieren, die ein erhöhtes Risiko für die psychische Gesundheit der Arbeitnehmer darstellen. Dabei helfen regelmäßige Gefährdungsanalysen psychischer Belastungen, Mitarbeiterbefragungen, betriebsmedizinische Untersuchungen und auch Gesundheitsberichte, die Sie bei den zuständigen Krankenkassen anfordern können. Nach ausführlicher Bestandsaufnahme aller Belastungen und Risiken können Sie gemeinsam mit dem Betriebsrat einen Maßnahmenplan aufstellen, mit dessen Hilfe die psychischen Belastungen reduziert werden können.

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de