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MyStipendium.de – neue Website will Licht in den Stipendiendschungel bringen

Ein Stipendium zu finden ist gar nicht so einfach. Trotz großer Ankündigungen seitens der Bundesregierung, 10% der Studenten ein Stipendium anbieten zu wollen, ist der Status Quo bei der Stipendiensuche doch eher bescheiden. Es warten Datenbanken, die gut und gerne über 200 Treffer liefern sowie Stiftungswebseiten, bei denen die Suche nach dem Dokument mit den Bewerbungsanforderungen gute 20 Minuten dauern kann. Wer sich selber einen Überblick über alle für ihn passenden Stipendien verschaffen möchte, kann 2 Wochen Recherchezeit einplanen und das bei mehr als ungewissem Ausgang.

Dass dies keine Einzelbeobachtungen sind, zeigt die 2010 veröffentlichte Studie des Reemtsma Begabtenförderungswerk zur deutschen Stipendienlandschaft. 3.386 Studenten und Abiturienten wurden befragt, doch am Ende kann auch der Präsident des Deutschen Studentenwerks nur nüchtern resümieren: „Offenbar sind die Stipendienangebote noch immer zu wenig bekannt, die Botschaft dringt nicht zur Zielgruppe durch“.

Licht im Stipendiendschungel
myStipendiumJetzt wurde von zwei Berliner Studenten eine neue Online-Plattform gegründet, die sich der Behebung dieser Problematik verschrieben hat: www.mystipendium.de. Hier sollen erstmals Wege gefunden werden, dieses Durcheinander an Stiftungen, Anforderungen und Informationen für jeden verständlich aufzubereiten. „Das Problem fängt schon damit an, dass es schier unmöglich ist herauszufinden, welche Stiftungen alle für mein Profil in Betracht kommen“, erläutert Mira Maier, Geschäftsführerin von mystipendium. „Die Muße, 300 Stiftungswebseiten durchzuklicken, bringt einfach kaum ein Student auf. Gerade bei kleineren Stiftungen bewerben sich dann oftmals nur Studenten, die die Stiftung bereits über Freunde, Bekannte oder Verwandte kennen. Im Endeffekt haben wir damit die heutige Situation, in der sich 90% der Studenten bei 5% der Stiftungen bewerben“.

Mystipendium.de will sich klar von der Masse an Stipendiendatenbanken abheben: Nicht ein wenig sortierter Katalog sondern eine individuelle Chancenauswertung soll dem Studenten geboten werden. Konkret kann so jeder Student sein persönliches Profil anhand mehrer Dutzend Kriterien anlegen. Passend auf dieses Profil werden Stipendien vorgeschlagen und individuelle Erfolgschancen errechnet. Auch der aufwendige Bewerbungsprozess um ein Stipendium soll durchleuchtet werden: Mit Experteninterviews, Beispielunterlagen sowie Anleitungen zu Form und Inhalt soll Studenten eine zentrale Anlaufstelle für alle ihre Fragen geboten werden.

Fazit
Es bleibt zu hoffen, dass es die Macher von mystipendium.de verstehen, ihre ambitionierten Ziele auch weiterhin konsequent zu verfolgen. Denn die größte Hürde bei der Stipendiensuche sind veraltete Information sowie nicht mehr existente Stipendienprogramme, die in großer Zahl die bestehenden Datenbanken belasten. Kann die Aktualität der Informationen nachhaltig sichergestellt werden, dann wäre dies ein wichtiger Schritt, wirkliche Transparenz in die Stipendienlandschaft zu bringen. Für den Moment jedenfalls ist es erfreulich zu sehen, wie durch eine einfache Seite der mit der Stipendiensuche verbundene Rechercheaufwand von einem Tag auf den anderen auf einen Bruchteil gekürzt werden konnte.



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