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Studienkosten steuerlich absetzbar?

Geld sparenViele Studenten kennen das: Das BAFöG reicht nicht aus und auch die Eltern können einem nicht das ganze Studium bezahlen. Das Einzige, das dann noch bleibt, sind Stipendien (z.B. ein Freisemester) und/ oder Nebenjobs. So klappt es auch mit der Studienfinanzierung.

Eine Möglichkeit, Geld zu sparen oder zumindest im nächsten Jahren wieder reinzuholen, ist, die Studienkosten von der Steuer abzusetzen. Mit den Nebenjobs allein kommt man allerdings nur in den seltensten Fällen über den Steuerfreibetrag hinaus, und so spielt die steuerliche Absetzbarkeit von Kosten, die beim Studium entstehen, bisher keine Rolle. Bei den Finanzämtern war es nämlich bisher gängige Praxis, die Kosten für ein Erststudium – ebenso wie für die erste Berufsausbildung – nicht auf spätere Steuerzahlungen anzurechnen. So kann man sich kein Geld vom Staat zurückholen.

Ändert sich die Rechtslage?

Die Situation schien sich deutlich zu Gunsten der Studierenden und Auszubildenden zu ändern, als ein Pilot und eine Medizinstudentin beim Bundesfinanzhof (BFH) gegen diese Praxis geklagt und Recht bekommen haben. Der Bundesfinanzhof entschied, dass Ausgaben für das Studium bis zu fünf Jahre rückwirkend als vorweggenommene Werbungskosten geltend gemacht werden können. In Ausnahmefällen sogar sieben Jahre. So der Stand Mitte 2011.

Doch für den, der sich jetzt schon gefreut und begonnen hatte, Rechnungen zu sammeln, hielt der Oktober eine allzu bittere Enttäuschung bereit. CDU/CSU und FDP stoppten den Geldsegen im Bundestag mit der Begründung, dass die Kosten für eine Erstausbildung oder ein Erststudium der privaten Lebensführung zuzuordnen seien und somit nichts mit Werbungskosten zu tun hätten. Das Studium ist auch weiterhin nicht nachträglich von der Steuer absetzbar.

Ein schwacher Trost bleibt für all diejenigen, die schon während des Studiums über ein erhebliches Einkommen verfügen: Anders als zuvor können sie nun 6.000 Euro statt „nur“ 4.000 Euro an Ausbildungskosten als Sonderausgaben absetzen. Zu den Ausbildungskosten zählen verschiedene Dinge wie z.B. Studiengebühren, Materialkosten, Kosten für Bücher, etc . Belege & Quittungen zu sammeln lohnt sich also!

Richtig informieren

In jedem Fall ist es für Studenten wichtig, sich bereits vor Beginn des Studiums über die steuerliche Situation zu informieren und diese gegebenenfalls bei der Planung des Studium zu berücksichtigen. So können Ansprüche auch verloren gehen, wenn die Eltern den Studierenden unterstützen. Ebenfalls ist es in einzelnen Fällen wichtig, sich über Sonderfallregelungen zu informieren. So gelten z.B. für ein Studium parallel zum Beruf, das vom Arbeitgeber unterstützt wird, andere Regelungen: in diesem Fall können die vollen Kosten als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Wer seine Steuererklärung mit Software-Programmen wie z.B. von Lexware oder Elster (vom Finanzamt bereitgestellt), der findet darin oftmals auch Tipps für die Steuererklärung. Zudem lohnt es sich auch, den Rat eines Steuerberaters einzuholen.

 

Bild: © tommyS / pixelio.de