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Studieren mit Baby

Studieren mit KindWer mit Baby studiert, muss eine Menge schaffen: Vorlesungen, Büffeln für die Uni, Windeln wechseln, Baby bespaßen und vielleicht sogar mit sehr wenig Schlaf auskommen. Doch wer sich gutorganisiert und beim Lernen ein wenig kreativ ist, der schafft beides ohne sich zu sehr zu stressen.

Zurück zur Uni

Meist bleibt nicht viel Zeit für die Babypause, und schon bald nach der Geburt geht es zurück in den Vorlesungssaal. Viele Unis bieten Kinderkrippen an, in denen die Kinder während der Vorlesung gut und nah untergebracht sind. Große Umwege zur Tagesmutter oder Kinderkrippe entfallen, wenn die Betreuung auf dem Campus angeboten wird. Hat man diese Möglichkeit nicht, sollte man versuchen, eine Betreuung möglichst nah der Uni zu finden, damit Bring- und Abholzeiten sich im Rahmen halten und mehr Eltern-Kind- Zeit bleibt.

Weiß man das Kind gut untergebracht, kann man sich auch wieder voll auf die Vorlesungen konzentrieren und mit einem kleinen, aber sehr effizienten Trick die Lernzeiten nach der Uni deutlich reduzieren: Wenn nach Vorlesungen zwischendurch 10 Minuten oder mehr ungenutzte Zeit vorhanden sind, dann sollte man diese nutzen und die Vorlesungsnotizen des bisherigen Tages noch einmal kurz durchsehen, evtl. ergänzen sofern sie unvollständig sind, und die Vorlesung noch einmal im Kopf Revue passieren lassen. Mit diesem geringen Aufwand kann man erreichen, dass die vermittelten Inhalte besser gemerkt und verstanden werden. Der Lernstoff ist kurz nach der Vorlesung noch frisch in Erinnerung, man ist gedanklich noch im Thema und daher aufnahmefähiger und der Lernstoff wird im Langzeitgedächtnis abgespeichert – dadurch reduzieren sich Lernzeiten zuhause deutlich und es bleibt mehr Zeit für das Baby.

Was verpasse ich?

Natürlich möchte man keinen Entwicklungsschritt des Kindes versäumen. Dennoch wird es Dinge geben, die es zum ersten Mal macht, ohne dass die Eltern dabei sind. Das erste Lebensjahr ist voll mit Veränderungen in  der Entwicklung des Babys, und nicht alles wird erstmals daheim passieren. Dennoch, die ersten Schritte oder andere Meilensteine in seiner Entwicklung werden nur teilweise verpasst: Nach der Uni wird das Kind sicher auch noch krabbeln, laufen etc. und man hat vielleicht einen Moment versäumt, nicht jedoch den Tag, an dem es passiert ist. Vielleicht besteht ja auch die Möglichkeit, die Betreuungsperson zu bitten, solche Momente mit einer Handycam für die Eltern festzuhalten.

Lernen mit Baby

Während das Baby robben, krabbeln, laufen und erste Worte sprechen lernt, müssen auch die Eltern viel lernen. Sie müssen sich der Entwicklung des Babys anpassen und z.B. die Wohnung sicher machen, die Spiele oder Ernährung an veränderte Bedürfnisse angleichen und zugleich den Lernstoff für das Studium pauken. Manchmal ist es möglich, die Baby-Unterhaltung und das Lernen zu verbinden: Man kann dem Baby mit deutlicher Betonung aus dem Lehrbuch vorlesen und dabei viel Mimik verwenden – Babys faszinieren solche theatralischen Vorstellungen. Was auswendig gelernt werden muss, kann bei einem kleinen Tanz mit dem Baby auf dem Arm wiederholt gesungen werden bis der Text sitzt. Manche Eltern stellen sogar fest, dass diese Lernmethoden effektiver sind als das Üben am Schreibtisch.
Schriftliche Arbeiten sind allerdings besser zu machen, wenn das Baby schläft. Damit hierfür abends noch genügend Energie vorhanden ist, kann man den Nachmittag mit dem Baby auf entspannte Weise nutzen: Spaziergänge, Spielplatzbesuche oder sich mit anderen Eltern zu einem Kaffee treffen … Kraft tanken und am Abend dann noch einmal an die Arbeit machen. Viele Eltern können sogar besonders konzentriert lernen, wenn das Baby in ihrer unmittelbaren Nähe schläft.

Foto: Lupo / pixelio.de