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KW 14 Wochenrückblick – Bildung

Die 14. KW im Bildungsrückblick: Neue Pisa-Ergebnisse stellen deutschen Schülern ein schlechtes Zeugnis in der Problemlösefähigkeit aus, die School of Gouvernance erleidet Schiffbruch und deutsche Professoren streiten über virtuelle Lernräume.

PISA 2012 – Deutschen Schülern fehlt Problemlösekompetenz

fahrkartenautomat-pisa-studie-2012Du planst, heute vier Fahrten mit der U-Bahn quer durch die Stadt zu machen. Du bist Schüler/in, daher kannst du den ermäßigten Fahrpreis in Anspruch nehmen. Verwende den Fahrkartenautomaten, um die billigste Fahrkarte auszuwählen und klicke dann auf KAUFEN. Unter anderen mit dieser Aufgabe waren Schülerinnen und Schüler konfrontiert, die an den europaweiten Pisa-Studien 2012 teilnahmen. Das Ergebnis fiel in der deutschen Testgruppe eher bescheiden aus. Jeder fünfte Schüler ist nicht in der Lage alltägliche Problem kompetent zu lösen. Und das obwohl im letzten Jahr die Pisa-Testreihe zur schulischen Leistungsfähigkeit den deutschen Schülern in Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen deutlich verbesserte Ergebnisse bescheinigt als bei der ersten Untersuchung 2001. Deshalb betonen die Studienerheber auch, dass schulische Leistungen und Problemlösekompetenzen nicht immer miteinander korrelieren. Oder anders: Im Unterricht werden die Schüler nicht damit konfrontiert, die schulischen Inhalte auf Probleme des Alltags übertragen zu müssen.

Humboldt-Viadrina School of Gouvernance meldet Insolvenz an

Humboldt-Uni und Europa-Universität verleihen der Bildungseinrichtung zwar den Namen, aber finanzielle Mittel stellen weder die Hochschulen noch Bund und Länder zur Verfügung. Private Einrichtungen finanzieren sich aus den Studiengebühren und den akquirierten Dritt- und Fördermitteln. Gesine Schwan, Leiterin der School of Gouvernance gab an, dass man alles versuche, um den Studienbetrieb der derzeit 58 Studierenden aufrecht zu erhalten. Man sei auf der Suche nach neuen Geldgebern. Damit befindet man sich in bester Gesellschaft. Auch die Jacobs University in Bremen kämpft ums Überleben. Privat finanzierte Hochschulen haben in Deutschland einen schweren Stand.

Wie reagieren deutsche Hochschulen auf den Trend e-learning?

Virtuelles Lernen sei die die Zukunft und deutsche Hochschulen würden sich dem verschließen, kommentierte Thomas Straubhaar vor etwa zwei Wochen. Ende März trafen sich zahlreiche Professoren und Professorinnen in Frankfurt zur Jahrestagung des Hochschulverbandes und diskutierten eben diesen Bereich der Hochschullehre. Konsens erzielten die Teilnehmer in der Bewertung des Lernmodells. Dem anfänglichen Hype habe jetzt eine nüchterne Betrachtung Platz gemacht. So gebe es Professoren wie den Informatiker Vornberger, der seine Vorlesungsreihe zu Algorithmen und Datenstrukturen bei youtube einstellt, allerdings sieht ein großer Teil des Lehrpersonals keine dringende Notwendigkeit einer Virtualisierung. Auch den Moocs stehe man eher reserviert gegenüber. Nicht die Einrichtung von Online-Seminaren, sondern die Möglichkeit, Creditpoints zu sammeln, die theoretisch bei einem Studium angerechnet werden könnten, sehe man kritisch. Vor allem sei ungeklärt, dass derjenige, der sich zum Kurs anmeldet auch das zum erfolgreichen Abschluss benötigte Testat schreibt. Deutlich wurde aber auch, dass vielen Lehrenden ein grundlegendes Verständnis virtueller Lernmöglichkeiten fehlt. Die Verteilung von Hausaufgaben per Twitter gehört nämlich nicht dazu.

Was sonst noch passierte?

Beatrix Polgar-Stüwe berichtet über die virtuellen Lernmöglichkeiten an der Open University. In der ARD lief der Fernsehfilm „Neufeld, mitkommen!“, der auf der Reportage von Jana Simon beruht. Mit welcher Sprachlosigkeit Mobbing in der Schule geschützt wird, erschüttert und sollte zum Nachdenken anregen. Zu diesem Thema gibt es auch noch eine Leseempfehlung: Sylvia Hamacher: Tatort Schule. Tredition 2014.