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KW 15 + 16 Wochenrückblick – Bildung

Die Kalenderwochen 15 und 16 im Bildungsrückblick: In Thüringen wird das Schnupperstudium ermöglicht, bei den NCs gibt es bundesweit große Unterschiede, in Bremerhaven kann man einen Studienführerschein machen und an der Uni Hamburg gibt es neuerdings Elternabende.

Schnupperstudium jetzt auch in Thüringen möglich

In Thüringen kann man nun auch auf Probe studieren. Der dortige Landtag hat jetzt beschlossen, dass Studieninteressierte auch ohne Abitur zu einem Studium zugelassen werden können.
Nach einem Beschluss des Thüringer Landtags letzten Donnerstag (10.04.2014) kommt nun auch für Berufstätige, die zwar eine Ausbildung vorweisen können, jedoch kein Abitur absolviert haben, ein Studium infrage. Ob der jeweilige Studieninteressierte das Studium beenden kann, wird nach drei Semestern von der Hochschule entschieden. Schnupperstudium_Thüringen Im Dezember letzten Jahres gab es bereits die Ankündigung einer Erweiterung des Hochschulzugangs in Thüringen, nun wurde dieses Vorhaben verwirklicht. Dabei muss der Bewerber im Bundesland Thüringen eine mindestens zweijährige, erfolgreich abgeschlossene Ausbildung und mindestens drei Jahre Berufserfahrung vorweisen können. Das angestrebte Studium sollte dem Ausbildungsberuf gegenüber einschlägig sein. Damit knüpft Thüringen an die Bundesländer Bayern, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig Holstein an, in denen das Probestudium bereits erfolgreich eingeführt wurde. Die Zulassungsvoraussetzungen zum Schnupperstudium variieren je nach Bundesland.
Dass man jetzt ebenfalls in Thüringen ohne Abitur studieren darf, ist ein weiterer kleiner Schritt in Richtung chancengleicher Bildung.

Große Unterschiede bei Zulassungsbeschränkungen

Nach einer neuen Studie des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) gibt es bundesweit große Unterschiede in der Zulassungsbeschränkung durch den NC in den einzelnen Ländern.
Die Zulassung zu einem Studium ist die erste Hürde, die man im Hinblick auf einen akademischen Abschluss nehmen muss. Der Numerus Clausus (NC), also der Abiturdurchschnitt wird dazu benutzt, die Studienbewerber für einen Studiengang auszuwählen.
In Ostdeutschland und ländlich geprägten Bundesländern wie Schleswig-Holstein ist die Zulassung weitaus weniger beschränkt als in den Stadtstaaten. So liegt die Prozentzahl der Studiengänge, die mit einem NC belegt sind, in Thüringen bei 26,2 Prozent und in Bremen bei 69,5 Prozent.
Zudem deckt die Studie auf, dass Fachhochschulen öfter als Universitäten die Zulassung durch einen Numerus Clausus erschweren. Studiengänge wie Jura, BWL und Sozialwissenschaften sind mit 50 Prozent am häufigsten mit einem NC belegt. Darauf folgen die Sprach- und Kulturwissenschaften, die in 40 Prozent der Fälle zulassungsbeschränkt sind. Außerdem ist die Zulassung zu einem Bachelorstudium schwieriger zu erreichen, als eine Zulassung zu einem Masterstudium.
Der Durchschnitt der Studiengänge, die mit einem Numerus Clausus belegt sind, liegt deutschlandweit bei 45,5 Prozent – also knapp der Hälfte des Studienangebots.
Weitere Ergebnisse und die ganze Studie findet ihr unter folgendem Link: http://www.che.de/downloads/CHE_AP_178_Numerus_Clausus_Check_2013_14.pdf

Studienführerschein als Test für das Studium

Die Hochschule Bremerhaven will mit einem Studienführerschein bei der Entscheidung helfen, ob ein Studium das Richtige für Interessierte ist.
Der Studienführerschein, ein Projekt der Hochschule Bremerhaven, soll Erkenntnisse zum Zeitmanagement und zu Lernstrategien bringen. Studieninteressierte sollen durch den Führerschein Einblicke in inhaltliche und fachliche Faktoren eines Studiums bekommen sowie das Leben als Student an sich kennenlernen. Laut Vize-Rektor Peter Ritzenhoff sollen die angebotenen Workshops „helfen, schnell im Studium anzukommen“.
Durch den Studienführerschein soll dem Abbruch eines Studiums entgegengewirkt werden. Die Zahl der Studienabbrecher in Deutschland liegt zurzeit bei mehr als einem Viertel der Studenten.

Uni Hamburg veranstaltet Elternabende

Nachdem die Studienanfänger immer jünger werden, hat die Uni Hamburg den Elternabend ins Leben gerufen. Ronald Hoffmann, Leiter der Studien- und psychologischen Beratung an der Universität Hamburg, klärt bei diesen z.B. über die Rolle der Eltern bei der Studienwahl auf. hamburg_elternabende Der Elternabend wurde von der Uni Hamburg ins Leben gerufen, um Eltern über das Studium zu informieren, ihnen Einblicke in den Uni-Alltag zu gewähren und Aufklärung über Studien-Begriffe wie z.B. „Credit Point“ zu leisten. Mögliche Sorgen seitens der Eltern sollen so abgeschafft werden. Ein erzieherischer Charakter sei bei den Elternabenden jedoch nicht beabsichtigt.
Für die Studienwahl empfiehlt Hoffman den Eltern, ihrem Kind beratend zur Seite zu stehen und es nicht mit dessen Entscheidung für einen Studiengang allein zu lassen. Die Informationen über die Studiengänge, die von Interesse sind, sollten vom Kind selbst recherchiert und eingeholt werden. Bei der Wahl des Studiengangs sollten die Eltern ihre Position und ihre Gedanken zwar preisgeben, das Kind jedoch nicht zu etwas drängen. Gespräche über dieses Thema seien in einer entspannten Atmosphäre wie einem Spaziergang oder einem Abendessen ratsam.
Die endgültige Wahl des Studienfachs liegt jedoch in der Hand des Studieninteressierten selbst.

Infos zu weiteren Elternabenden an der Uni Hamburg unter: http://www.uni-hamburg.de/presse/pressemitteilungen/2014/pm15.html

Fotos: CandyBox Photography / Fotolia; Bertrand Nicolas / Fotolia