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Vom Hörsaal in die Selbstständigkeit: Eine Studenten-Startup-Story

Neulich im Hörsaal: Zwei Kommilitonen unterhalten sich über ihr Unternehmen. Ja klar, eigenes Unternehmen, denke ich… als Student, kann doch gar nicht stimmen. Doch ich wurde eines Besseren belehrt! Es scheint gar nicht so unüblich, dass immer mehr Studenten einen Teil ihrer Freizeit opfern, um in die berufliche Selbstständigkeit zu starten und ihren Weg für die Zukunft nach dem Studium ebnen.

Startups entstehen derzeit an jeder Ecke. Die großen deutschen Städte, allen voran unsere Hauptstadt Berlin, werden zu Schaltzentralen junger Unternehmer und Unternehmerinnen, die eine Idee haben und damit durchstarten wollen. Einige werden innerhalb kürzester Zeit super erfolgreich, andere schaffen den Sprung zum Erfolg leider nicht.

Eines dieser besagten Start-Ups ist GradeView. Es steckt noch in den Kinderschuhen, doch konnte schon namhafte Unternehmen überzeugen und für sich gewinnen. Max Weber und Jonas Menk, Gründer und Geschäftsführer von GradeView, stellen hier ihr Projekt einmal genauer vor und geben anderen Studierenden Tipps für den Sprung in die Selbstständigkeit.

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Logo GradeViewHallo Max, hallo Jonas,
wir freuen uns, dass ihr uns für ein kleines Interview zur Verfügung steht und uns die Erfolgsgeschichte eures Projekts erzählt.

Stellt euch doch erst einmal mal kurz vor: Wer seid ihr? Und was macht ihr?

Wir sind Jonas Menk und Max Weber, die Gründer und Geschäftsführer von GradeView.de. Jonas (24) ist der Techniker von uns beiden. Sein Zuhause ist Webentwicklung bzw. Webdesign. Er ist in den letzten Zügen im Master Maschinenbau. Max (23), hat kürzlich seinen klassischen BWL Master abgeschlossen und deckt die kaufmännische Seite ab.

Ihr habt euch selbstständig gemacht und das Start-Up GradeView gegründet. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, euch selbstständig zu machen – und GradeView zu gründen?

Im Rahmen unseres Studiums haben wir zum einen festgestellt, dass sehr viele von unseren Kommilitonen ihr Studium in einem Excel-Sheet verwalten, das zuweilen unübersichtlich ist und keinen Spaß bereitet. Zum anderen waren wir nach Veröffentlichung von Klausurnoten immer sehr daran interessiert, wie gut wir im Vergleich zu den anderen dastehen. Außerdem waren wir genervt von einer Vielzahl an Karrierenewslettern mit Stellenanzeigen, die nicht zu unserem Profil bzw. Interessen gepasst haben. Damit war die Idee für GradeView.de geboren.

Damit alle wissen, worum es geht: Was genau ist GradeView und wie funktioniert es?

GradeView.de ist Deutschlands erstes Notenportal, auf dem Studenten ihre Noten nicht nur verwalten, sondern auch ihre Leistung anonym vergleichen können. Zusätzlich erhalten Studenten nur noch Angebote von Unternehmen, die wirklich zu ihnen passen.

GradeView Übersicht

GradeView.de nochmal einfach in drei Schritten erklärt:
1. Noten & Keyfacts zum Lebenslauf eintragen.
2. Statistiken bekommen und anonym vergleichen.
3. Zum eigenen Profil passende Stellenangebote erhalten.

Was uns besonders interessiert ist der Prozess des Selbstständigmachens – vor allem mit dem Status: Student. Hat der Weg in die Selbstständigkeit reibungslos funktioniert? Oder hattet ihr auch mal mit Rückschlägen zu kämpfen? Was habt ihr als besonders schwierig empfunden? Welche Hürden musstet ihr meistern?

Als Student zu gründen können wir aus drei Gründen empfehlen:
1. Man kann sich seine Zeit frei einteilen. Wenn man erstmal im Berufsleben steht, ist es damit vorbei.
2. Scheitern während des Studiums ist nicht schlimm. Im Worstcase zieht man sein Studium durch und steigt in den klassischen Arbeitsmarkt ein.
3. Man bekommt viel Unterstützung von universitären Einrichtungen.

Aber wie immer hat die Medaille 2 Seiten. Die Schattenseite ist die fehlende Erfahrung. Vieles ist daher ein mühsamer Trial and Error Prozess. In diesem Zusammenhang erweist sich auch die Suche nach Kapital etwas schwieriger. Die Finanzierung der ersten Schritte aus eigener Tasche gestaltet sich als Student auch eher schwierig.

Welche Erwartungen habt ihr in das Projekt und an eure berufliche Zukunft – sagen wir mal auf die nächsten 5 bis 10 Jahre gesehen?

GradeView.de soll sich in den nächsten Jahren als nützliche Anwendung für eine Vielzahl an Studenten etablieren, wodurch es zu einer attraktiven Recruiting und Employer-Branding Plattform für zahlreiche Unternehmen wird. Langfristig wollen wir damit unser Brot verdienen…

Euer Projekt läuft ja sehr erfolgreich und ihr konntet bisher viele namhafte Kunden für euch und eure Idee gewinnen. Gleichzeitig gibt es aber auch viele Start-Ups, die den Sprung zum Erfolg leider nicht schaffen. Was würdet ihr jungen Menschen, die sich mit ihrer Idee selbstständig machen wollen, raten? Was sollte man unbedingt beherzigen, wie geht man am besten vor? Muss man eigentlich ein bestimmter Typ sein, um den Sprung in die (erfolgreiche) Selbstständigkeit zu schaffen?

Unsere wichtigsten Tipps:

  • Einfach machen: Viele Ideen scheitern, weil sie totgeredet werden. Am Anfang ist man immer der größte Spinner. Wer aber nicht anfängt, hat schon verloren.
  • Iteratives Testen: Typisch deutsch ist es eine Vielzahl von Features bis ins kleinste Detail zu entwickeln, die aber nicht gefragt sind. Dadurch vernichtet man seine ohnehin knappen Ressourcen.
  • Kontakte, Kontakte und Kontakte: Kontakte öffnen einem die Türen zur Welt.
  • Heterogenes Team: Einige Gründungen scheitern, weil das Team ausschließlich aus BWLern oder Tekkis besteht.
  • Strategische Partner suchen: Man sollte sich Partner suchen, mit denen man sich ergänzt und Ressourcen teilt. In unserem Fall ist das qLearning.de und StudyDrive.net.

Die Frage nach einem bestimmten Typ ist nicht einfach zu beantworten. Wir glauben, dass man eher eine „Bob-der-Baumeister“- als eine „Albert-Einstein“-Mentalität haben sollte.

Jonas und Max, wir danken euch für das Interview und den interessanten Einblick in eure Arbeit und euer Unternehmen. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg für den Studienabschluss und ganz besonders natürlich für GradeView!

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