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Kann man das Erbe der Welt studieren?

Unesco WeltkulturerbeNeun deutsche Hochschulen sind in besonderer Weise durch die Unesco ausgezeichnet worden. Mit der Einrichtung eines Unesco-Lehrstuhles ist zwar keine finanzielle Besserstellung verbunden, aber das Renommee und die Arbeitsqualität, welche den Universitäten attestiert wird, garantiert internationale Anerkennung und ein verstärktes Interesse internationaler Studierender. Die Lehrstühle bereiten in besonderer Form auf eine Tätigkeit in Internationalen Organisationen vor. Studieninhalte sind darauf ausgerichtet, die Absolventen in besonderem Maß dazu anzuleiten, das Welterbe zu bewahren.

Master-Studiengänge an UNESCO-Lehrstühlen sind besonders begehrt

Weltweit existieren 715 Unesco-Chairs, wobei der Austausch zwischen den Partnerhochschulen von allen beteiligten Lehrstühlen als sehr positiv hervorgehoben wird. Der Titel wird allerdings nur an Lehrstuhlinhaber vergeben, die sich verpflichten die Ziele der Unesco zu unterstützen. Unter anderen wäre das die Förderung von Bildung, Wissenschaft und Kommunikation sowie interkultureller Dialoge.

An den meisten Lehrstühlen wird die besondere Verpflichtung gegenüber dem Welterbe nur in dem Masterstudiengängen ersichtlich. Bachelorstudiengänge kommen mit den Unesco-Inhalten weniger in Berührung. Möglicherweise ist die Ausrichtung auf die post-graduale Studierendenschaft ein Grund für die internationale Vernetzung der Lehrstühle. Wie Marie-Theres Albert (TU Cottbus) bestätigt, liegt der Anteil der ausländischen Studierenden bei über 80 Prozent. Für den Studiengang „World Heritage Studies“ sind eigentlich nur 40 Studienplätze vorhanden, doch das Interesse sei so groß, dass man überlege, die Studienplätze dauerhaft zu erhöhen. Auch an der Uni Erlangen-Nürnberg sei die Nachfrage nach Masterstudienplätzen am Lehrstuhl für Interkulturelle Bildung ungebrochen groß. 50 Teilnehmer des Master-Studienganges bereiten sich derweil auf die Tätigkeit im Bereich der kulturellen Bildung bei Nichtregierungsorganisationen (NGO) vor.

Gute Berufsaussichten durch internationale Forschungsprojekte und Vernetzungen

An vielen Unesco-Lehrstühlen besteht auch die Möglichkeit zur Promotion. Doch auch ohne diesen akademischen Grad zeichnen sich für die angehenden Master gute Berufsperspektiven ab. Absolventen des Cottbuser Studienganges beschäftigen sich während des Studiums mit der Frage wie die Unesco Kultur- und Naturdenkmäler besser geschützt und gleichzeitig genutzt werden können. Über 40 Prozent der Examenskandidaten arbeiten später bei NGO´s, im Management der Welterbestätten oder bei der Unesco selbst mit ihren über 2000 Mitarbeitern. Auch durch die enge Kooperation mit Partneruniversitäten auf der ganzen Welt ergeben sich für die Studierenden ganz neue Netzwerke, die sich bei der Suche nach einem Arbeitsplatz als hilfreich herausstellen. Teilnehmer der „World Heritage Studies“ haben beispielsweise die Möglichkeit, in Spanien, China oder Indien zu studieren oder an Projekten in Welterbestätten teilzunehmen und Kontakte zu knüpfen.

Übersicht über die deutschen Lehrstühle mit Unesco-Auszeichnung:

Lehrstuhl LehrstuhlinhaberIn Hochschule
World Heritage Studies/Welterbestudien Prof. Marie-Theres Albert Brandenburgische Technische Universität Cottbus
Meeresgeologie und Küstenbewirtschaftung/Marine Geology and Coastal Management Prof. Dr. Wolf-Christian Dullo Christian-Albrechts-Universität Kiel und GEOMAR-Forschungszentrum für marine Geowissenschaften
Menschenrechtsbildung/Human Rights Education Prof. Dr. Karl-Peter Fritzsche Otto von Guericke-Universität Magdeburg
Entrepreneurship und Interkulturelles Management/Entrepreneurship and Intercultural Management Prof. Dr. Christine Volkmann Bergische Universität Wuppertal
Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung/Higher Education for Sustainable Development Prof. Dr. Gerd Michelsen Universität Lüneburg, Institut für Umweltkommunikation
Lehrstuhl für internationale Beziehungen/International Relations Prof. Dr. Dr. Sabine von Schorlemer Technische Universität Dresden
Kulturelle Bildung/Arts and Culture in Education Prof. Dr. Eckart Liebau Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Hydrologischer Wandel und Wasserressourcen-Management/Hydrological Change and Water Resources Management) Prof. Dr. Heribert Nacken RWTH Aachen
Stadt- und Kulturlandschaften/World Urban and Cultural Landscapes Prof. Dr. Kunibert Wachten RWTH Aachen
Kulturpolitik für die Künste in Entwicklungsprozessen
(UNESCO Chair in Cultural Policy for the Arts in Development)
Prof. Dr. Wolfgang Schneider Universität Hildesheim

Redaktion

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