Studium & Studieren Blog

Wohnungsfindung leicht gemacht?

Für viele frisch gebackenen Studenten bedeutet der Beginn des Studiums gleichzeitig auch den  endgültigen Wegzug von Zuhause. Um hierzu die nötigen Grundlagen zu schaffen, begeben sich Jahr für Jahr tausende junge Erwachsene auf die Jagd nach der passenden Wohnung. Da natürlich alle zur gleichen Zeit suchen und das Budget in der Regel auch nicht wirklich üppig ist, sollte man über die hier herrschenden Ausnahmeregelungen bereits im Vorfeld bestens Bescheid wissen. Nur so hat man eine gute Chance diesen unmenschlichen Kampf nervlich halbwegs bestehen zu können. Zumindest kann ich dies allen Suchenden dringend empfehlen, da ich selbst (unvorbereitet) nur mit viel Glück eine nette neue Behausung gefunden habe. Bereits Wochen vor der eigentlichen Suche hatte ich mich um einen Wohnheimsplatz beim zuständigen Studentenwerk beworben. Da sich diese aber mit einer Zu- oder Absage in der Regel
ziemlich viel Zeit lassen, musste eine Alternative her.
Zunächst sollte die passende Immobilie via Zeitung und Internet gefunden werden. Neben den klassischen Immobilienbörsen im Internet, sowie den lokalen Tageszeitungen, sind vor allem auch die unterschiedlichen Aushänge in der Universität sehr zu empfehlen. Nach einiger Recherche hatte ich zahlreiche gute Anzeigen gefunden und machte mich sogleich ans Werk, die ersten Wohnungen zu besichtigen. Mit Ausnahme der wirklich verdammt schlechten, war
ich hierbei auch nie allein. Die ersten beiden Wohnungen wurden vom Vermieter per Telefon vergeben, während ich die Wohnung gerade noch besichtigt hatte. Wohnung Nummer drei hatte mir sehr zugesagt. Allerdings wollte ich erst noch einen anderen Besichtigungstermin wahrnehmen bevor ich zusage. Dies sollte sich als sehr große Fehler entpuppen. Da Wohnung Nummer vier schon vergeben war, rief ich bei Wohnung Nummer drei an und bekam
prompt mitgeteilt, dass ich 10 Minuten zu spät war.
Zur Erinnerung: Man nennt dies auch den „Wohnungssuchekrieg“!

Am zweiten Tag stand, neben einem dem ersten Teil ähnlichen Programm, auch eine große Besichtigungstour mit einem Makler an. Telefonisch hatte ich mit diesem bereits im Vorfeld einen Termin für das erste Objekt vereinbart. Als
ich dort ankam, blickten mich 2 Personen erstaunt an. Ja – ich war mal wieder nicht allein. Am Ende waren wir vier Familien (Vater, Mutter, Sohn/Tochter), der Makler und ich. Die erste Wohnung war sehr schön und entsprach genau meinen Vorstellungen. Durch die Erfahrungen der letzten Male klüger, nahm ich den Makler beiseite und teilte ihm meine Zusage mit. Was an anderer Stelle undenkbar ist, wird durch den extremen Nachfrageüberhang möglich.
Makler: „Ja, Moment. Eigentlich hatte ich die Wohnung dieser Familie dort drüber versprochen. Ich
frag mal ob die Interesse haben.“
Ich: „Wie?“
Makler verschwindet, kommt wieder.
Makler: „Also, die brauchen jetzt noch 10 Minuten Bedenkzeit. Danach weiß ich mehr.“
Ich: „Aha. Das finde ich jetzt zwar ein wenig seltsam…“
Makler: „Hehe. Naja – so ist das halt“
Es folgte eine 5-minütige Predigt, wie schwer doch das Leben als Makler sei und wie viele Nervenzusammenbrüche er bereits erleiden musste. Bei meiner Wohnungssuche halfen mir diese Offenbarungen leider nicht wirklich weiter!
Makler: „Wenn Sie wollen – ich habe noch zwei ähnliche Objekte … obwohl – das eine ist auch schon
zugesagt. Treffen wir uns einfach für das dritte Objekt um …“

Da die benannte Familie die erste Wohnung genommen hatte, traf ich mich mit dem Makler 1,5 Stunden später wieder und wurde sehr verwirrt begrüßt.
Makler: „Wollten Ihre Eltern nicht mit?“
Ich: „Äh … ich bin schon den ganzen Tag allein unterwegs.“
Makler: „Ah, ok, das ist aber unüblich. Eigentlich sind die Eltern schon immer dabei.“
Ich: „Aha. Ist jetzt halt nicht so.“
Die angebotene Wohnung, 13 m², verraucht, dreckig, am anderen Stadtende und Mitten im
absoluten Elendsviertel, wollte ich dann doch nicht.

Glücklicherweise bekam ich auf einmal Post vom Studentenwerk – mit einer Absage. So teilte mir das zumindest meine Mutter telefonisch mit, da ich ja noch unterwegs war. Nun tat ich meinen ersten Glücksgriff auf der schier unendlichen Irrfahrt. Ich fuhr beim Studentenwerk vorbei und klagte der netten Dame mein Leid und wie sehr ich doch auf einen
Wohnheimsplatz angewiesen bin. Das Ergebnis: Sie teilte mir mit, dass sie eine „Notfallliste“ führen, welche dann auf nicht angenommene Plätze verteilt wird. Sie würde mich auf dieser Liste auf Platz 9 setzen. Es muss hierbei auch erwähnt werden, dass aufgrund der sehr späten Vergabe der Plätze, viele bereits eine andere Wohnung gefunden haben und somit die Zusage ablehnen. So kam ich an einen ziemlich genialen Platz in einem der besten Wohnheime.

Auf meiner Reise durch den Wohnungssuchedschungel konnte ich viel lernen und erfahren. Das Beste: Wer über dieses Wissen bereits im Vorfeld verfügt, spart sich den ganzen beschriebenen Stress!

  • Frühzeitig um eine Wohnung kümmern, sobald man die Zusage für den Studienplatz hat und sich bei der Wahl der Universität sicher ist.
  • Nach Möglichkeit mindestens ein Elternteil mitnehmen. Dies wirkt auf viele Vermieter seriöser.
  • Stets sehr schnell entscheiden.
  • Mit Maklern im Vorfeld Abmachungen treffen, dass man den Zuschlag erhält, wenn man sofort zusagt.
  • Bei Institutionen, wie dem Studentenwerk, jammern und heulen. Am besten vor Ort und nicht am Telefon.

Wer diese Tipps beherzigt, hat also einen wunderbaren Vorfeld, wenn es darum geht sich ein neues Nest zu suchen. Nichts desto trotz muss man aber auch festhalten, dass derartige, teils kuriose Erlebnisse ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Entwicklung hin zum vollwertigen Studenten sind.
Noch mehr spannende Geschichten aus dem Studentenleben, findest du auf  www.studiumsreport.de.
Viel Spaß!