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Vom Studium in die Selbstständigkeit: An was muss ich denken?

Man working home office

Das Sommersemester neigt sich dem Ende zu und viele Studierende stehen somit kurz vor der Abgabe ihrer Bachelor- oder Masterarbeit. Für einige Kreative, wie angehende Journalisten, Grafiker oder Social Media Manager geht es danach in der Selbstständigkeit weiter. Auf dieses Szenario werden sie im Studium aber nicht hinlänglich vorbereitet. Was muss ich bei einer Selbstständigkeit beachten?

Selbstständigkeit beim Finanzamt anmelden

Selbständige sind genauso verpflichtet, Steuern zu bezahlen wie jeder andere Berufstätige auch. Dafür muss die Selbstständigkeit beim zuständigen Finanzamt unter Angabe der Tätigkeit angemeldet werden. In diesem Zusammenhang muss auch angegeben werden, mit welchem voraussichtlichen Jahreseinkommen gerechnet wird. Tipp: Weder zu tief stapeln noch zu hoch ansetzen. Stapelt man zu tief, erwartet einen am Ende des Jahres eine saftige Einkommenssteuernachzahlung, setzt man die Schätzung zu hoch an, kann die Quartalsvorauszahlung finanziell an einem Nagen, wenn die Geldeingänge deutlich niedriger ausfallen sollten.

Krankenversicherung nicht vergessen

Nicht nur das Finanzamt will von der geplanten Selbstständigkeit wissen, sondern auch die Krankenkasse. Für die meisten endet nach dem Studium die Zugehörigkeit zur Familienkrankenversicherung. Auch hier bemisst sich die Höhe des Versicherungsbeitrages am geschätzten Einkommen. Eine realistische Einschätzung hilft. Wer sich nicht sicher ist, sollte lieber tiefer stapeln. Im Erstatten von zu viel gezahltem Beitrag sind viele Krankenkassen nicht besonders kulant. Da Selbstständige ihre Krankenkasse vollumfänglich selbst zahlen, sollte man sich genau damit auseinandersetzen, ob die Künstlersozialkasse (KSK) für einen in Frage kommt. Die KSK kümmert sich um Kreative und übernimmt die Leistungen, für die sonst ein Arbeitgeber aufkommt. Den Aufnahmeprozess nimmt die KSK sehr genau, weswegen die Anmeldung sehr gut vorbereitet werden sollte. Es lohnt sich aber.

Einkommen kalkulieren und bewusst damit umgehen

Für viele bedeutet der Schritt in die Selbstständigkeit das erste richtige Einkommen. Die Verlockung ist groß, das frisch verdiente Geld direkt auch auszugeben. Hier tappen viele in eine Falle. Nicht jeden Monat verzeichnet man gleich hohe Geldeingänge. Manche Monate laufen gut, manche nicht so gut. Es hilft enorm, eine Fixkostenaufstellung zu erstellen und auch die variablen Kosten wie Verpflegung, Haushalt etc. mit einem Limit zu versehen. So weiß man immer genau, wie viel man mindestens verdienen muss, um alle seine Kosten zu decken. Ganz wichtig ist hierbei, auch die Einkommensteuervorauszahlung einzukalkulieren, die in der Regel quartalsweise erfolgt.

Die Umsatzsteuer nicht vergessen

Wer Rechnungen schreibt, muss eine Umsatzsteuer berechnen und diese beim Finanzamt abführen. Für diesen Prozess benutzen Selbstständige das Programm Elster. Auch das muss unbedingt von Beginn einkalkuliert werden. Es gibt Fälle, bei denen mehrere Jahre nach Aufnahme der Selbstständigkeit keine Umsatzsteuer berechnet wurde und dieses mithilfe eines Steuerberaters nachgeholt werden muss. Das ist nicht nur kostspielig, sondern auch unheimlich nervig. Ob die Umsatzsteuer monatlich oder quartalsweise abgeführt wird, entscheidet das Finanzamt je nach Einkommen.

Ausstattung ist ein Qualitätsmerkmal

Auch wenn ein gutes Haushalten mit dem nicht immer vorhersehbaren Einkommen ein zentraler Punkt dieses Artikels darstellt, sollte für eine Sache ein bisschen mehr Geld in die Hand genommen werden – die Ausstattung. Das ist bei Kreativen vor allem das Arbeitsgerät. Grafiker erstellen ihre Layouts digital am Computer, Journalisten schreiben ihre Texte am Laptop meist von unterwegs und Social Media Manager füllen die Accounts ihrer Auftraggeber mit Fotos, die sie mit einem Smartphone aufnehmen. Qualität setzt sich dabei durch, deswegen darf zum Start in die Selbstständigkeit auch in die technische Ausstattung investiert werden. Die Kosten sollte man dabei natürlich trotzdem im Blick haben.